Veranstaltungskalender

Jul 2017
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Erste Ökumenische Nacht der offenen Kirche in Kirchhain großer Erfolg
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Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) hatte für den Pfingstsonntag nach Kirchhain in die katholische Kirche St. Elisabeth eingeladen, um einen ganzen Abend lang über die Erneuerung der Kirche zu diskutieren und nachzudenken.

Schon zu Beginn ab 17.45 Uhr drängten sich die 200 Besucher vor und in der Kirche. Den Auftakt machte der Posaunenchor Kirchhain unter Leitung von Uwe Henkel mit beschwingten Melodien.

Dekan Hermann Köhler, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Kirchhain/Amöneburg, zeigte sich sehr erfreut über den großen Zuspruch für die Veranstaltung und das gute Wetter.

Frische und einladende Lieder trug der Chor St. Elisabeth unter Leitung von Sina Göbel zum Beginn vor. Dann schloss sich das Referat „bunter, höher, weiter“von Pfarrerin Svenja Neumann Stadtallendorf mit Thesen für eine Kirche der Zukunft an. Am Beispiel des GO-spezial, einem offenen Gottesdienst im Bürgerhaus Langenstein, machte sie deutlich das die Kirche „barrierefreie“ Angebote machen kann. Damit werden auch Menschen erreicht, die sonst den Weg in die traditionelle Kirche nicht suchen.

In einer ersten Pause konnten die Teilnehmer sich am sehr reichhaltigen und schmackhaften Mitbringbüffet stärken. Alkoholfreie Getränke und auch ein guter Tropfen Wein oder Bier standen zur Wahl. Das alles den gesamten Abend lang und kostenfrei. Spenden waren freiwillig.

Der Chor „Schöne Töne“ aus Cölbe unter Leitung von Christiane Kessler machte seinem Namen alle Ehre und leitete damit zur nächsten Station über. Diakon Thomas Hielscher Kirchhain nahm die Besucher mit unter der Überschrift „Erneuerung der Kirche im Geiste Papst Franziskus“. Franziskus sei nicht nur bewundernswert für seine selbstlose und unspektakuläre Führung seines Amtes. Er fordere die Menschen heraus, sich selbst einzubringen für eine Kirche der Armen. Dies könne fordernd und anstrengend sein.

Typische Gospelmusik bot der Chor „Come together“des Kirchenkreis Kirchhain unter der Leitung von Peter Groß und Berit Hartmann den Zuhörern. Abwechselnd erklangen der Chor und Solistinnen mit bekannten und neuen Liedern.

„Meine Wünsche an eine Kirche der Zukunft“ konnten alle Teilnehmer für sich auf einem Zettel formulieren. Die Zettel wurden an 2 Pinwänden im Altarraum angebracht. Zunächst zögerlich doch im Laufe des Abends äußerte sich mehr und mehr Menschen.

Zu diesem Thema befragte Dekan Köhler dann Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Über was haben sie sich in der Kirche geärgert und über was gefreut? Was würden Sie tun, wenn sie die Macht von Papst Franziskus oder Heinrich Bedford Strom (Rats-Vors. der EKD) hätten? Schulleiter Matthias Bosse, die Bürgermeister Olaf Hausmann und Michael Plettenberg und der Ehrenbürger Willibald Preis wussten in sehr persönlichen Statements Antworten zu geben. Dabei merkte man deutlich, dass Kirche bei ihnen schon in der Jugend ihre Spuren mehr oder weniger deutlich gelegt hatte. Deshalb der Aufruf, dass Kirche einen Schwerpunkt bei der Jugend legen soll. Und Kirche soll sich einmischen so wie bei der friedlichen Revolution zur Wiedervereinigung.

„Fresh X- frische Formen der Kirche“ stellte Pastor Markus Weber von Ev.-meth. Kirche Siegen vor. Die Kirche muss dorthin gehen wo die Menschen sind, die sie bisher nicht erreicht hat. Das kann in einer Kletterhalle mit angeschlossenem Bistro für Gottesdienste ebenso wie mit einem Kinderspielplatz in der Kirche geschehen. Eine Surferkirche hat ein Pastor in England gegründet, am Strand wo die Surfer ihrem Hobby frönen. Dabei muss Kirche ihr Gewohntes verlassen. Der Familienchor und Kirchenchor Kirchhain unter Leitung von Peter Groß hatte diesen Vortrag mit tollen Beiträge angekündigt.

Cantate Deo  mit Gesang und Pusteblume mit himmlischen Klängen führten über zu dem letzten Beitrag des Abends: „Licht in dunkler Nacht? – Die Kirchen und der Rechtsruck“. Jochen Schmidt aus Kirchhain, Redakteur beim Hessischen Rundfunk zeigte auf wie und wo Politik immer stärker  rechtspopulistisch agiert. Die Kirche wird soll dabei an den Rand gedrängt und quasi überflüssig gemacht werden. Es muss eine rote Linie geben. Bis hierher und nicht weiter, dazu forderte er alle auf die Gesellschaft, die Bürger, die Kirchen und die Politik. Wenn dies gelingt scheint ein Licht in dunkler Nacht.

Nacht war es mittlerweile geworden und Dekan Köhler und Pater Erhard konnte die Besucher die weit über 4 Stunden ausgehalten hatten mit dem Abendsegen und gemeinsamem Gesang verabschieden. Zuvor statteten sie den Dank an die Mitwirkenden, die zahlreichen Helfern und natürlich die Besucher ab. Viele Teilnehmer zeigten sich positiv überzeugt, das diese Veranstaltung ein erster guter Anfang war zu einer „Erneuerung der Kirche im ökumenischen Geist“.

Bericht: Karl-Heinz Geil

Fotos: Sören-Helge Zaschke und Svenja Neumann

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