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Turmagenten
Ein Projekt für Kinder zwischen 10 und 11 Jahren in der Kirchengemeinde Sterzhausen-Caldern

 

Was sind Turmagenten?

Aus einem Projekttag mit Übernachtung in der Kirche und anschließendem Gottesdienst entsteht eine kleine Dienstgruppe von älteren Kindern, die punktuell wie eine schnelle Eingreiftruppe oder als regelmäßige Helfer in Gottesdiensten mithilft.
Für eine Anschubphase von 3 Jahren werden Fördermittel beantragt.

Wie funktioniert´s?

Alle 10-11jährigen werden mit persönlich adressiertem Brief zur Turmagentennacht eingeladen.

 

Der Sonnabend

Man ist ab nachmittags zusammen in der Kirche und erkundet sie mit einer Art Agentenmotto:

• Man bekommt einen Ausweis.

• Schatzsuche / Rätsel verteilt im Kirchenraum.

• Turmbesteigung.

• Ein echter Polizist kommt und zeigt Spurensicherungs- und anderes Instrumental.

turnagenten1.png• Man macht etwas Kreatives zu einer im weitesten Sinne an Agententum erinnernden Bibelgeschichte (Philippus wird zum Agent für die Taufe und hilft dem Kämmerer einen Code zu entschlüsseln – intensiver braucht die Geschichte nicht an „007“ zu erinnern.). Je nach Gruppengröße, Mitarbeiterstab und Interessen können das Neigungsgruppen sein: Bilder, Comicgeschichte, Anspiel, Gesang, Tanz (auch das muss ein James Bond können) Agentensport (man muss ja fit sein). Das Interesse für die Kleingruppe kann mit der Anmeldung abgefragt werden. (Bild: Ein ehemaliger Bundespolizist erzählt von spannenden Erlebnissen aus seinem Dienst.)

• Pizza, Film, Spiele, Nachtgebet.

 

Alternativprogramm Sonnabend

• Dorfrallye.

• Haussammlung.

 

Bei unserem ersten Versuch in 2016 haben wir die Kinder Erntegaben für den Erntedankaltar sammeln lassen. Da der Erntedanktag als Kirchspielsgottesdienst begangen wurde,

eignete er sich besonders als Anlass zur Turmagentennacht. Dabei ist es zu interessanten Begegnungen mit der Nachbarschaft gekommen, wo Menschen spontan ihre Kühlschränke plünderten, weil sie nur dort noch über Erntegaben verfügten. Andere gaben kleinere Geldbeträge, die wir für die Erntedankkollekte verwendeten. (Bild: Kleingruppe „Anspiel“ bei der Probe mit gesammelten Erntegaben)

 

Sonntag

turnagenten2Am Sonntag wird nach einem Frühstück im Gemeindehaus kurz für den Gottesdienst geübt. Nach dem Gottesdienst, zu dem die Familien eingeladen sind, nehmen die Eltern ihre Turmagenten wieder in Empfang.

Die Kreativarbeiten werden Sonntagvormittag im Gottesdienst präsentiert (die Sportgruppe kann eine Pyramide einüben und vorzeigen - Bild).

Im Jahr 2017 wird die Turmagentennacht naturgemäß am Reformationsvorabend beginnen und mit dem Kirchspielsgottesdienst zum Reformationstag (Dienstag) enden.

 

Ursprung: „Hellwache“ norwegische „Tårnagenter“

turnagenten3Dieser Ablauf wurde vom Unterzeichner während seiner Zeit in der Kirche von Norwegen mehrfach ausprobiert und modifiziert. Allerdings ist der vorliegende Entwurf eine Kombination von 2 Modellen der Norweger, die im Rahmen Ihres Christenlehreprojekts alle 3. Klässler zu „Turmagenten“ machen (ohne Übernachtung und ohne die frisch gebackenen Turmagenten später noch mal in Dienst zu rufen) und alle 6. Klässler zu einer Übernachtung („Hellwach“) in der Kirche einladen.

 

Wie geht es weiter?

Nun sind die Teilnehmer zu Turmagenten „ordiniert“. Sie haben einen Titel und einen Ausweis. In der norwegischen Vorlage wäre hier Schluss. Das ist aber eine verschenkte Chance. Denn die Kinder werden in eine Rolle hinein ernannt, die sie anschließend nicht ausüben können.

In unserem Projekt tragen sich diejenigen Kinder, die an weiterer Mitarbeit interessiert sind, mit ihren Eltern in eine Liste ein. Eine ehrenamtliche Ansprechperson wird zur Turmagentenleitung ernannt. Er/sie hat die Aufgabe, die Kommunikation zwischen Turmagenten und Pfarramt aufrecht zu erhalten und die Liste zu führen.

 

Einsatzgebiete für Turmagenten

  • Krippenspiel
  • Aufgaben in besonderen Gottesdiensten (z.B. haben wir sie 2016 im Gottesdienst zum Volkstrauertag genutzt, um Namen und Gebete zu verlesen und Kerzen zu entzünden, was dem Gottesdienst eine besondere Prägung gab).
  • Regelmäßige Übernahme von Aufgaben im „normalen“ Gottesdienst, z.B.:

Lesungen, Begrüßung von Gemeindegliedern, Evangeliumsprozession (feierliches Tragen der Bibel vom Altar zu dem Ort, von dem aus die Schriftlesung stattfindet), Klingelbeutel und andere klassische Kirchendienstaufgaben. Dazu wird ein kurzes Treffen am Freitagnachmittag benötigt bei dem Pfarrer(in) oder Turmagentenleiter(in) mit den Beteiligten die Aufgaben verteilt. Dies könnte ein fester Treffpunkt sein, an dem alle teilnehmen, die gerade verfügbar sind, oder es könnte nach einem Dienstplan geschehen, in den Eltern ihre Turmagenten eintragen. Sollten für einen Sonntag keine Turmagenten zur Verfügung stehen, läuft der Gottesdienst wie gewohnt.

Man darf bei den Aufgaben erfinderisch sein. Auch das Öffnen einer Tür oder das bloße Hinlegen / Aufschlagen einer Bibel kann wichtig sein, wenn man es „wichtig macht“.

Unter Umständen bietet es sich an, dazu die Liturgie ein bisschen aufzustocken: Eingangsprozession mit Bibel, Taufwasser, Abendmahlselementen… Evangeliumsprozession: Links und rechts von der getragenen Bibel kann auch noch eine Kerze getragen werden.

Am Anfang sammelt man die möglichen Aufgaben. Später braucht man die erfahrenen Turmagenten nur noch auf die Aufgaben zu verteilen: „Heute machst Du das und Du das“. Im nächsten Jahr kommen neue Turmagenten dazu. Wer es lange in der Truppe aushält, kann dann vom Turmagenten zum Vorkonfirmanden „befördert“ werden. Aber wenn zwischen beiden Rollen eine Pause auftritt, ist auch kein Schade entstanden.

Wichtig ist: Es muss ein bisschen Status damit verbunden sein. „Jetzt bin ich Turmagent“. Und: Egal wie klein die Aufgabe ist, die der einzelne dabei erbringt, er/sie muss wissen: „Meine Aufgabe ist wichtig für das Gesamtgefüge“.

 

„Ministrant light“

Turmagenten können also, müssen aber nicht, wie eine Art Ministranten fungieren. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind vielfältiger als das klassische Bild vom Ministranten im Ornat, der eine Kerze hält. Aber die katholischen Ministranten haben üblicherweise auch ein viel breiteres Spektrum. Ein liturgisches Ornat ist einstweilen nicht vorgesehen, wohl aber eine Kluft.

 

„Das Batsignal“

Die fiktive Stadt Gotham City aus den Batman-Comics und –Filmen ruft ihren Helden mit einem Lichtsignal, einer an den Himmel projizierten Fledermaus. Eine Kirchengemeinde, in der das passt, kann zu einer vereinbarten Zeit, z.B. Donnerstagabend von 19-20 Uhr, den Kirchturm in einer verabredeten Farbe anleuchten, die die Turmagenten erinnert, dass sie morgen am Freitag zu einer Arbeitsverteilungssitzung gerufen ist. Natürlich würde ein solches Signal nicht den Dienstplan und andere Kommunikationsformen ersetzen können (zumal es in den Sommermonaten schlecht zu sehen wäre), aber es könnte dazu beitragen, den Status der Turmagenten deutlich aufzuwerten.

 

Die Kluft

turnagenten4Die Turmagenten bekommen ihren Titel und das Turmagentenlogo auf ein attraktives Kleidungsstück (Kapuzenpulli / Pfadfinderkluft) gedruckt. In der Regel tragen sie ihre Kluft bei ihren Einsätzen.

 

Ziele

• Ein Angebot schaffen, das diejenigen Kinder aufnimmt, die für Kindergottesdienst zu alt und für Konfirmandenarbeit zu jung sind.

• Eine Brücke schlagen zwischen dem Sonntagsgottesdienst und einem Klientel, das dort nicht oft vorkommt: große Kinder und ihre Familien.

 

Nebeneffekte

• Auch „normale“ Gottesdienste werden durch die Aufgabenteilung lebendiger.

• Die Kinder, die Aufgaben ausüben, werden auch einen „normalen“ Gottesdienst als wneiger langweilig empfinden.

• Nach wenigen Jahren wächst innerhalb der Konfirmanden eine Klientel heran, die sich schon zu Beginn der Konfirmandenzeit gut auskennt.

• Hin und wieder lassen Eltern / Grosseltern sich vielleicht sogar zur Mithilfe ansprechen.