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Landesbischof zum Festgottesdienst in Neustadt

Vor 1700 Jahren, also 316 n. Chr., wurde nach jetzigem Kenntnisstand Martin von Tours in Ungarn geboren. Bekannt geworden ist er allgemein als Bischof von Amiens in Frankreich durch eine Tat, derer man jährlich am 11. November gedenkt. Martin von Tours ist jener Mann, der einem frierenden Bettler begegnet und diesem hilft, indem er seinen Mantel mit einem Schwert teilt und die eine Hälfte dem Frierenden schenkt. In Neustadt ist Martin von Tours darüber hinaus in besonderer Weise von Bedeutung, weil er der Schutzpatron der Stadt und zudem Namensgeber der örtlichen Gesamtschule ist. Die Mantelszene als Teil des Stadtwappens springt an öffentlichen Einrichtungen sofort ins Auge. Bürgermeister Thomas Groll hatte aus Anlass des Jubiläumsjahres des Schutzheiligen der Stadt die Idee, den Bischof Martin von Tour durch einen Bischof würdigen zu lassen – und da es zwei christliche Kirchen gibt, durch zwei Bischöfe.

Der erste, ein kath. Bischof, kam im Oktober aus Erfurt nach Neustadt, der zweite, der ev. Bischof der Landeskirche Kurhessen-Waldeck, am 11. November. Prof. Dr. Martin Hein, seit 16 Jahren Bischof in Kassel, kam der Einladung zu einem Festgottesdienst gern nach, wie er sagte. Dies nicht nur wegen des gleichen Vornamens, sondern auch, weil Martin von Tours, neben der Heiligen Elisabeth, auch von evangelischer Seite große Wertschätzung genießt. Die einfache Geste der Mantelteilung ist für Bischof Hein eine große menschliche und natürlich auch eine christliche Geste. Prof Hein, der vor kurzem die EAE in Neustadt besucht hatte, reiste kurze Zeit danach zu einer orthodoxen Partnerkirche in Syrien. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund dieses Aufenthaltes in Syrien mit all den Schrecken, die man täglich auch im Fernsehen zu sehen bekommt, könne man nicht genug den Menschen danken, die einen Blick für die Not haben. Wer das heutige Syrien erlebt, solle wissen, dass Menschlichkeit - bei allen Schwierigkeiten - letztlich das höchste Gut ist, das wir haben, so Bischof Hein wörtlich.
Auf die Predigt von Bischof Hein hatten Kinder der Martin-von-Tours-Schule mit einem Spiel zuvor eingestimmt und der Kirchenchor unter Leitung von Wolfgang Goldner nach der Predigt mit dem Segenslied Blessing of Aaron einen nachhaltigen Schlussakzent gesetzt. Mitgewirkt am Gottesdienst hatte auch Pfarrer Riehl von der kath. Gemeinde.
An den Festgottesdienst schloss sich ein Empfang der Stadt Neustadt im Gemeindesaal an. Hier dankte Bürgermeister Groll Pfarrerin Kandziora und Bischof Hein im Namen der Stadt Neustadt für den würdigen Gottesdienst in der mit evangelischen und auch katholischen Mitbürgern voll besetzten ev. Kirche und bat schließlich Prof. Hein noch, sich ins Goldene Buch der Stadt Neustadt einzutragen, eine Bitte, welcher der Bischof gern nachkam.
Roland Schade (Fotos Barbara Schade)

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