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Wie werden wir in Zukunft Kirche sein?
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Erster Bericht von Bischöfin Dr. Beate Hofmann auf der Landessynode

Hofgeismar (medio). «Wie werden wir in Zukunft Kirche sein? Was macht Kirche-Sein aus, was ist dafür essentiell und was nicht?» Anhand dieser zentralen Fragestellungen ihres ersten Berichts lud Bischöfin Dr. Beate Hofmann die Landessynodalen dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, denn, so Hofmann: «... nur miteinander werden wir evangelisch Kirche sein, auch in der Zukunft», teilte de Pressestelle der Landeskirche mit.

Wo wird die kirchliche Botschaft heute besonders gebraucht?

Dabei beschrieb die Bischöfin das Bild einer «missionalen Kirche», die dem Auftrag Jesu folge: «Gehet hin in alle Welt.» Dieser Auftrag müsse in die Frage der Gegenwart übertragen werden. Es gehe darum zu fragen, wo die kirchliche Botschaft heute besonders gebraucht werde. Die Bischöfin bezog sich auf die Ergebnisse der so genannten «Freiburger Studie». Nach ihnen stehe die gewachsene Vielfalt kirchlichen Lebens und kirchlicher Orte auf dem Prüfstand. Die von evangelischer und katholischer Kirche in Deutschland in Auftrag gegebene Studie prognostiziere für die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, dass sie im Jahr 2060 voraussichtlich nur noch 360.000 Mitglieder haben werde (derzeit rund 800.000 Mitglieder), von denen nur 160.000 Kirchensteuern zahlten. Damit sinke die tatsächliche Finanzkraft der Landeskirche um 60 Prozent. Einem demografisch bedingten Mitgliederschwund seien 38 Prozent dieses Rückganges zuzurechnen. 18 Prozent hingegen seien darauf zurückzuführen, dass Menschen aus der Kirche austräten, da sie diese nicht mehr als relevant erlebten.

Welche Bilder von Kirche sind zukunftsfähig?

Nun bleibe der Kirche ein Zeitraum von ungefähr 10 Jahren, in dem sie noch über ausreichende Ressourcen verfüge, um Veränderungsprozesse einzuleiten. Dafür brauche es eine Vorstellung - das heißt ein Bild - davon, wie Kirche künftig gestaltet sein solle und wo sie «geschehe». Die Bischöfin lud die Synodalen ein, sich in einer kurzen Gesprächsrunde über ihre Bilder von Kirche mit ihren Nachbarn auszutauschen. Sie selbst beschrieb den Weg der Kirche in ihrem Zukunftsprozess seit der Herbstsynode 2015 als einen Weg, der durch Abschiede und Trauer hindurch zu einem neuen Aufbruch führen könne. Dafür nahm sie die Geschichte der Jünger Jesu auf, die nach der Erfahrung der Kreuzigung dem auferstandenen Jesus begegneten und aus dieser Begegnung ihre Situation in einem neuen Licht zu sehen begannen: «Und so wird der Weg nach Emmaus, der sie eigentlich in das alte Leben zurückführen sollte, ein Weg nach vorn, in eine neue Form von Kirche sein.»

Hofgeismar (medio). «Wie werden wir in Zukunft Kirche sein? Was macht Kirche-Sein aus, was ist dafür essentiell und was nicht?» Anhand dieser zentralen Fragestellungen ihres ersten Berichts lud Bischöfin Dr. Beate Hofmann die Landessynodalen dazu ein, miteinander ins Gespräch zu kommen, denn, so Hofmann: «... nur miteinander werden wir evangelisch Kirche sein, auch in der Zukunft», teilte de Pressestelle der Landeskirche mit.

Wo erreicht Kirche die Menschen heute?

Auch heute laute der christliche Auftrag: «Geht hin, dahin, wo Menschen die Botschaft der Gnade brauchen, dahin, wo Menschen die Botschaft der bedingungslosen Liebe spüren müssen, dahin, wo Angst und Verzweiflung herrschen und die Hoffnung fehlt.» Hier seien die Kontaktflächen, in denen die Kirche Menschen erreiche, zu finden. Die Bischöfin benannte einige Orte, an denen dies schon geschehe, zum Beispiel die Schule, die Diakonie und die evangelischen Foren, und sie ermunterte die Synodalen dazu, nach weiteren Kontaktflächen zu suchen. Dabei gelte es, auch die neuen Medien und die immer stärker werdende Ausdifferenzierung der Gesellschaft zu berücksichtigen.

Wo erfahren Menschen pastorale Lebensbegleitung?

Ein besonderes Augenmerk sei auf die Praxis der Kirche zu richten, Menschen an Lebensübergängen zu begleiten. Kirche konzentriere sich dabei bislang auf Familien und habe anderen Lebensformen zu wenig im Blick: «Wer als evangelischer Christ keine eigenen Kinder hat und nicht verheiratet ist, kommt zwischen Konfirmation und eigener Beerdigung kaum in den Genuss pastoraler Begleitung.» Es müsse nach wichtigen Schwellen im Leben von Menschen zwischen 18 und 65 gefragt werden, für die angemessene Formen der Lebensbegleitung zu entwickeln seien. Abschließend bat sie die Synodalen, sich kurz über die Frage auszutauschen: «Wo erlebe ich, dass Menschen dem Evangelium begegnen?»

Wie kann Kirche neu gedacht und gestaltet werden?

Als ihr Bild einer zukunftsfähigen Kirche beschrieb die Bischöfin eine «missionale Kirche»: Missionale Kirche sein beschreibe eine Grundbewegung, die alle Formen und Bereiche kirchlicher Aktivitäten betreffe und umfasse. Es gehe nicht vorrangig um den Erhalt der Organisation Kirche, sondern um eine Bewegung hin zu den Menschen, um einladende Verkündigung der Gnade, die allen gelte. Missionale Kirche sei «Kirche mit anderen». Diese rechne ihre Wirksamkeit nicht in Zahlen von Gottesdienstbesuchern oder Kircheneintritten. «Missionale Kirche sein gibt die Freiheit, vom Auftrag her Kirche ganz neu zu denken und zu gestalten.»

Wie wird eine «missionale Kirche» konkret?

Anschließend tauschten sich die Synodalen in Arbeitsgruppen zu selbstgewählten Themen aus, wie eine solche «missionale Kirche» sich konkretisieren könnte. Unterschiedliche Kontaktflächen wie die Kirchenmusik und der Konfirmandenunterricht wurden genauer in den Blick genommen. Aus der Synode heraus erging der Auftrag an den Rat der Landeskirche, Formen zu entwickeln, in denen die Dynamik dieses Auftakts aufgegriffen und weitergeführt werden könne. (26.11.2019)

Foto: medio.tv/schauderna;  Bericht: medio