Veranstaltungskalender

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Kreissynode des Kirchenkreis Kirchhain
Christliches Wirken zwischen Krieg und Corona
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Bericht von der Kreissynode im Frühjahr 2022 

Bis zu achtzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnte der Kirchenkreise Kirchhain bei seiner knapp vierstündigen Kreissynode im März verbuchen, welche pandemie-bedingt als Onlinekonferenz stattfand.
 
Am Anfang stand die Andacht von Pfarrer Dierk Brüning aus Schweinsberg, welche den Krieg in der Ukraine in den Mittelpunkt rückte und den Zwiespalt zwischen berechtigter Wut und gebotener Liebe, den viele Gläubige angesichts der aktuellen Geschehnisse im Osten Europas und der enormen Hilfsbereitschaft durchleben. Anschließend eröffnete die Vorsitzende der Kreissynode, Emmi Katharina Frenzl, die Sitzung und führte im Laufe des Abends durch die Tagesordnung. 
Ebenfalls mit dem „Krieg vor der eigenen Haustür“ beschäftigte sich Dekan Hermann Köhler am Anfang seines Jahresberichtes aus dem Kirchenkreis und hob die Arbeit der Notfallseelsorge und der zahlreichen Helferinnen und Helfern in den Gemeinden hervor. Durch ihr freiwilliges Engagement spendeten sie den Geflüchteten aus der Ukraine weit mehr als nur Unterkunft und Trost. 

Im Folgenden berichtete Dekan Köhler vom Besuch der Bischöfin der Landeskirche Dr. Beate Hofmann. Während ihrer dreitägigen Visitation verschaffte Sie sich in zahlreichen Treffen mit Vertretern der Gemeinden aus Kirche, Politik und Ehrenamt einen Überblick über die aktuelle Situation im Kirchenkreis Kirchhain. Wie ein roter Faden zog sich dabei das Thema der Kooperationen zwischen kirchlichen und nichtkirchlichen Einrichtungen durch das Besuchsprogramm. Die Bischöfin konnte somit am ersten Tag Erkenntnisse über die Arbeit des Flüchtlingslotsen und des Arbeitskreises für Flüchtlinge, der Notfallseelsorge in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren des Landkreises und der vorbildlichen Gemeinwohlarbeit der Kirchengemeinde Rosphetal-Mellnau gewinnen. Am zweiten Tag standen Schulseelsorge und kirchlich betreute Angebote an der Alfred-Wegener-Schule Kirchhain im Mittelpunkt sowie die Arbeit der evangelischen Kindertagesstätten in und um Rauschenberg und ein Austausch mit Bürgermeistern und Vertretern der Kommunen der Region. Am dritten und letzten Tag wurde während des Besuchs in der ehemaligen Herrenwaldkirche das Projekt „Spiel(t)raum Stadtallendorf“ vorgestellt, bei dem der Ort als großes Gemeinschaftsprojekt zusammen mit der Familienbildungsstätte Marburg zu einer Spielkirche mit Indoorspielplatz und mit zahlreichen Hilfs- und Betreuungsangeboten für Kinder und Jugendliche ausgebaut werden soll. Den Abschluss der Visitation bildete eine Friedensandacht in der Stiftskirche Wetter, mit vorangegangener Diskussionsrunde zum Thema Digitalisierung in der kirchlichen Arbeit sowie ein Austausch mit Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorstehern aus dem Kirchenkreis zum Reformprozess in der Landeskirche.
Im weiteren Verlauf seines Jahresberichtes ging Dekan Köhler auf weitere Schwerpunkte, wie Kirchenmusik, Personalveränderungen und anstehende Ereignisse ein. Dabei erwähnte er insbesondere den geplanten Gospelworkshop am 29./30. April, die Bibelausstellung in Rauschenberg ab 29. Mai und den am 26. Juni stattfindenden ZDF-Fernsehgottesdienst auf dem Christenberg. 
Abschließend ermutigte Köhler die Gemeinden des Kirchenkreises dazu, in diesem Jahr vermehrt Tauffeste durchzuführen. Zwar lag der Rückgang der Mitglieder des Kirchenkreises mit einem Minus von 1,85 % unter dem Durchschnitt der Landeskirche (-2,3 %), jedoch sei es nötig, dem pandemie-bedingten Rückgang entgegenzuwirken und Taufen wieder mehr in das Bewusstsein zu rücken.
 
Die nächsten Tagesordnungspunkte füllte der Vorsitzende des Finanzausschusses Dr. Jens Ried. Er stellte mit seinem Prüfbericht für die Jahresabschlüsse 2013 bis 2015 eine ordnungsgemäße Buchhaltung fest, woraufhin die Synode dem Kirchenkreisvorstand seine Entlastung erteilte – ebenso wie für den Jahresabschluss 2016. Denn zukünftig werden Abschlüsse in geraden Jahren von Angehörigen der Kirchenkreissynode geprüft, während für ungerade Jahre weiterhin das Amt für Revision zuständig sein wird. 
Für die Haushaltsplanung 2022/23, welche ebenfalls bei der Kreissynode verabschiedet wurde, stellte Ried bei seinem Vortrag heraus, dass es dort zu keinen corona-bedingten Effekten kommen dürfte, da Zuweisungen bereits per Bescheid sichergestellt seien. Jedoch müsste man im Gegenzug für das Jahr 2024 mit Einnahmenverlusten rechnen. Des weitern würden sich zukünftig die finanziellen Zuweisungen durch Änderungen anders zusammensetzen. So seien u.a. Bezirkskantoren zukünftig direkt bei der Landeskirche angestellt. Besonders kritisch sah die Synode die zukünftige Mehrbelastung durch Vertretungskosten im Kirchenkreis. Kosten, welche zuvor von der Landeskirche getragen wurden. Daher verabschiedete die Synode im Laufe des Abends auch einen Antrag an die Landessynode, weiterhin Mittel für Vertretungskosten sowie Aufwandsentschädigungen über die Mittel der Landeskirche zu veranschlagen.
 
Ein weiterer Teil der Kreissynode waren die Berichte der verschiedenen Ausschüsse. 
Martina Gücker und Ingrid Dönges zeigten sich zunächst dankbar, dass der Kirchenkreis Kirchhain als einziger Kirchenkreis der Landeskirche einen Ausschuss für Frauenarbeit etabliert habe. Der Ausschuss plant Veranstaltungen und Gottesdienste als Angebote des Kirchenkreises für die Gemeinden. Leider seien die Zahlen der Frauenkreis durch Corona rückläufig, so Gücker und es konnten seit dem ersten Lockdown 2020 zunächst keine Präsenzveranstaltungen, wie zuletzt das Frauencafé in Josbach, durchgeführt werden. Dafür gab es verschiedene digitale Angebote, zu denen auch online abgehaltene Frauengottesdienste und Weltgebetstage gehörten. Im November konnte die Frauenarbeit wieder durch einen Krimigottesdienst als Präsensveranstaltung intensiviert werden und weitere Angebote sind in Planung.
 
Aus dem Ausschuss für Innovation berichtete Dekan Köhler und stellte dabei den Innovationsfonds des Kirchenkreises Kirchhain vor. Dieser fördert vor allem innovative Maßnahmen von Gruppen oder Einzelpersonen, welche Menschen erreichen, die bisher von Aktivitäten der Kirche nicht angesprochen wurden, nachhaltig sind und von anderen nachgemacht werden können. So konnte unter anderem in den Gemeinden eine mobile Kirche angeschafft werden sowie ein Spielmobil für die Evangelische Jugend und eine Apfelkelteranlage. – Angebote, die auch von anderen Gemeinden ausgeliehen werden können. Darüber hinaus konnten mit Mitteln aus dem Innovationsfonds Projekte wie die Turmagenten in Sterzhausen, eine Kirchenkreispublikation zu Ostern oder die Entwicklung eines neuen Gemeindebriefs in Herrenwald gefördert werden. 
 
Mit dem Projekt eines Kinderkirchenbuches, welches bei den Mitgliedern der Kreissynode besonders gut ankam, füllte Pfarrerin Katrin Rouwen aus Wetter ihren Bericht aus der Arbeitsgruppe für junge Familien. Dabei handelt es sich um eine Idee, die Sterzhausens Pfarrer Ralf Ruckert aus Norwegen in den Kirchenkreis gebracht hat. Das Buch enthält Bilderbuchgeschichten, Geschichten zum Vorlesen sowie interaktive Elemente zum Ausfüllen, Einkleben und Ausmalen und soll zukünftig bei besonderen Gottesdiensten Kindern im Alter von vier Jahren feierlich überreicht werden. Derzeit befindet sich das Projekt, an dem Pfarrerin Rouwen als Autorin mitwirkte, noch in der Entwicklung. Die Einführung des Mitmach-Buches ist zum Sommer geplant aber schon jetzt kann man über www.kinderkirchenbuch.de erste Informationen einholen.
Musikalisch begleitet wurde die Synode durch Bezirkskantor Peter Groß, der nächstes Jahr in den Ruhestand geht und Annemarie Göttsche, die seine Nachfolge antreten wird.