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Gemeindepraktikum im Kirchenkreis Kirchhain
praktikanten

16 Theologiestudierende machten neue Erfahrungen im Kirchenkreis

Junge Leute in der Kirche? Das scheint selten, aber im Februar und März war das in den Kirchenkreisen Kirchhain und Marburg häufiger zu sehen. 16 Praktikantinnen und drei Praktikanten waren in evangelischen Gemeinden unterwegs. Sie studieren an verschiedenen Orten Deutschlands Theologie und überlegen, später als Pfarrerinnen zu arbeiten. Die Landeskirche stellt den Praktikantinnen in dieser Zeit Studienleiterin Maike Westhelle vom Studienhaus in Marburg zur Seite. In Vorbereitungs-, und Auswertungstreffen wird gemeinsam über das Verhältnis von Theorie und Praxis nachgedacht. Aber während des fünf-wöchigen Praktikums ist es ganz praktisch:  Jeder und jede begleitet eine Pfarrperson und übernimmt auch selbst Aufgaben im Gottesdienst oder bei anderen Veranstaltungen. Informationen über die Strukturen, die über die Gemeinde hinausgehen, gab es beim Zwischentreffen in Cölbe durch Dekan Hermann Köhler.

„Es ist einfach schön und Mut machend für unsere Kirche“ sagt Dekan Köhler voller Anerkennung über die Motivation der zukünftigen Gemeindepfarrerinnen und –pfarrer „dass es wieder so viele interessierte und begabte junge Menschen gibt, die sich für diesen erfüllenden Beruf interessieren“.

Sarah Trapp ist eine der Praktikantinnen (auf dem Foto die vierte von rechts). Sie ist bei Pfarrer Ralf Ruckert in Sterzhausen-Caldern und wohnt für die Zeit des Praktikums auch im Ort. So kann sie das Gemeindeleben und die Menschen in den Dörfern gut kennenlernen. Auf die Frage, was sie als Praktikantin tut, antwortet sie: „Ich lerne Kirche machen.“ Aber sie korrigiert sich sofort: „Also ich will rausfinden, was die Menschen hier unter Kirche verstehen, was Ihnen wichtig ist, welche unterschiedlichen Ansätze es gibt.“ Besonders fasziniert ist sie, wie vielen unterschiedlichen Menschen sie begegnet: Kindern und Seniorinnen, Trauernden, dem Vorstand der Gemeinde und denen, die feiern (Gottesdienste, Taufen, Weltgebetstag, Karneval…). Zugleich bemerkt sie auch die Spannungen, die prägen: Kirche ist längst nicht mehr selbstverständlich. Auch die, die dazugehören, spüren, dass traditionelle Formen und moderne Lebensgestaltung manchmal hart aufeinanderprallen. Die Praktikantin Sarah Trapp erfährt, dass sie mit dem Wissen aus dem Studium noch nicht alle Fragen beantworten kann. Aber sie hat Freude daran, mit den Menschen gemeinsam nach Antworten zu suchen und sich zu fragen, wie es gelingt, miteinander „Kirche zu machen“.

Für die Gruppe der Praktikantinnen ist die Corona-Krise natürlich auch ein harter Einschnitt. Die Gottesdienste, auf die die jungen Menschen sich gefreut hatten, können nicht mehr gehalten werden. Gebete und Texte werden jetzt für Internet-Gottesdienste oder Handzettel geschrieben, die dann in den Kirchen ausliegen. Krisen-Management ist unvorhergesehen nun Teil des Praktikums. Am 24. März endete die Zeit in den Gemeinden, danach verfassten die Praktikantinnen einen Bericht, in dem sie das Erlebte reflektierten. 

Foto: Dekan Hermann Köhler, beim Zwischentreffen der Praktikant*innen des Kirchenkreises Kirchhain

Bericht: Hermann Köhler